Nachdem in den letzten Wochen einige Videos von Premo und Pete Rock bei Damon Dashs Firma Blakroc aufgetaucht sind (Teil 1, Teil 2), folgt nun neues Material. Das Material der letzten Wochen umfasste noch Werbeaufnahmen, sowie Gespräche zwischen den DJs/Produzenten mit Künstlern und eben Damon Dash.
Das folgende Video zeigt die beiden Ausnahmekünstler auf der Bühne. Im Prinzip muss man bei den Namen auch nicht mehr viel sagen. Wer keine Lust hat, sich den visuellen Reizen hinzugeben, dem kann ich auch empfehlen, das Ganze als Mixtape-Stream zu verstehen und ohne Bild laufen zu lassen.
Bushido hat es in kürzester Zeit wieder in die Rubrik "Fundstück der Woche" geschafft. Diesmal als 13. Platz der FHM "Unsexiest Women of the World". Herzlichen Glückwunsch dazu.
Der junge Bielefelder Phil 62 präsentiert uns sein Erstlingswerk „Dein Blaues Wunder“. Musikalisch wird der Ostwestfale von seinem „Ducktapes“ Camp durch MarDe, Perlitz und Blickfunk sowie SimonSays (Statement Crew) unterstützt. „Das als Querschnitt durch sein Leben zu verstehende Album ist eine Mischung aus Selbstironie und Selbstkritik, Sorglosigkeit und Sehnsucht“. Klingt interesssant, doch in der Vergangenheit haben sich Rapper schon oft bei der Wahl ihres Albumtitels überschätzt. Ob die Hörer bei Phils Platte wirklich ihr blaues Wunder erleben werden verraten die folgenden Zeilen.
Schon beim Intro kommt die Vermutung auf, das sich Phil hier wohl doch nicht zu weit aus dem Fenster gelehnt hat. Der Beat kommt kraftvoll daher und Zeilen wie: „Rap hat kein Wortwitz denn er ist geistig erschüttert, da muss ich wohl nach dem Rechten sehn wie Leipziger Mütter“, machen Lust auf mehr. Auch auf den nächsten Tracks lässt Phil immer wieder diese Genialität aufblitzten. Wer hier nach einfach gestrickten Battlesrhimes sucht, der sucht vergebens.
Stiltechnisch wechselt er dabei häufig das Tempo und schafft es trotzdem immer on Point zu bleiben. So machenPhils Kreativität und die eingebauten Gimmicks die Platte zu einer echten Erlebnistour.Auf Schitzophren bekommt sogar der Beat diesen Stilwechsel zu spüren. Das Interessante dabei ist, dass das Phils Wiedererkennungswert überhaupt nicht schmälert, denn genau dieser Stilwechsel macht ihn aus.Beattechnisch wird auf der Platte ebenfalls ein abwechslungsreiches Feuerwerk geboten, so sollte für jeden etwas dabei sein. Wie Z.B ein Clubtrack, den ich hier weniger erwartet hätte, der aber wunderbar zum Rest des Albums passt.Auch auf den langsameren Tracks schafft Phil es, eine Atmosphäre aufzubauen. Die Inhalte wirken ehrlich und lassen mitfühlen.
Doch leider hat auch diese Platte ihre kleinen Schattenseiten. Zum Ende hin scheinen sich Konzepte zu wiederholen und Phil 62 rappt auch nicht mehr ganz so souverän wie am Anfang. Hier wär weniger wahrscheinlich mehr gewesen. Trotzdem ist die Platte durchaus gelungen und wem der ein oder andere Track nicht gefällt, dem bleiben immerhin noch massig andere zur Auswahl.
Fazit: Dein Blaues Wunder ist wirklich ein kleines geworden, denn Abwechslungsreicher hätte diese Platte sicher nicht werden können. Ein echter Geheimtipp für diejenigen die inhaltslosen Rap satt haben.
Wilkommen zu meiner neuen Rubrik: Das Fundstück der Woche. Legen wir los mit dem aktuellem Top of the Pops Cover:
"Im Interview gegenüber „Top of the Pops“ zeigt Geschäftsmann und Rapper, Bushido, seine ganz private Seite und gibt Einblicke in sein Innerstes. Er zeigt wie er wirklich ist, wen er liebt, wen er hasst und berichtet über sein nächstes Projekt, seinen Film: „ In der Film- Szene nennt man so einen Film wie meinen einen „Abendfüllenden Spielfilm“. Der Film zeigt nicht nur einen Tag aus meinem jetzigen Leben, sondern man sieht mich als kleinen Jungen, Ausschnitte aus meiner Aggro Berlin-Zeit und jetzt! Und: Es gibt ein großes Happy End!"
Wen das interessiert sieht man an den drei hippen Sommer-Armreifen die es großzügig als Beilage dazu gibt. Da stellt man sich als Rapper doch die Frage, hat man alles erreicht, wenn das Magazin das einen interviewt anderen Leuten Kinderspielzeug schenkt, oder hat man eventuell doch den falschen Weg eingeschlagen?
Die Fantastischen Vier feiern ihr 20 Jähriges Bandjubiläum.
Dabei begann alles mit einem wahrhaft unspektakulären Auftritt am 7. Juli 1989: „In einem Kindergarten, auf Bier-Paletten, im Rahmen einer Batman-Party“, erinnert sich Smudo (41), mit bürgerlichem Namen Michael B. Schmidt. „Das ist so lange her. Die Hälfte von denen, die da waren, ist, glaube ich, tot“, lacht Smudo. „Die andere Hälfte hat Alzheimer“, ergänzt Thomas D. (40).
Quelle: Bild.de
Was die Bild bei dieser Fragwürdigen Titelzeile zu missachten scheint ist, dass Advanced Chemistry bereits 1987 von sich reden liessen und selbst Cora E schon 1988, ein Jahr vor der "legendären" Bierpalettenparty, auf der Bühne stand. Also feiern wir allerhöchstens 20 Jahre Hip Pop. Aber nichts destotrotz haben die Fantastischen 4 in diesen 20 Jahren auch den ein oder anderen Hiphop-Track veröffentlicht.
FiSTviele kennen dich aus dem Vögel Remix Video das auf einigen Seiten rumgeistert. Wie ist das Teil enstanden?
Also erstmal hab ich natürlich das Original von Olli Banjo und Jonesmann sehr gefeiert. Die Idee, die musikalische Umsetzung und auch das Video im Sin City look fand ich sehr innovativ und fresh. Dann hab ich einfach mal über Dizem(Optik-Forum) bei Olli angefragt, ob er damit cool ist, wenn ich zum Vögelsong nen Videoremixim Los Banditos-style (ich hab den Shit ja nicht erfunden) drehe und er hatte nix dagegen. Gemacht, getan, Video kam gut an, Olli fands auch cool… also alles super und ich freu mich (lacht).
Du hast ja auch mal bei einem Videodreh Contest mitgemacht. Ist das so dein Ding. Videos drehen?
Ja genau, ich hab damals beim Optik-T.O.L Videocontest mitgemacht und den 2. Platz geholt. Videoclips produzieren ist einerseits immer ne spassige Sache aber andererseits natürlich auch immer viel Arbeit. Trotzdem mach ich das sehr gerne. Ist natürlich alles Low-budgetundkein Hollywood was ich mache, aber solang es den Leuten gefällt mach ich lieber ein freshes Video als 3 hingekackte Freetracks.
Würdest du auch so ein „Hass“-Video drehen wie kürzlich Immo in Richtung Staiger?
Neee ich denke nich, wobei ich schon nen paar Mal lachen musste als ich dass gesehen hab. Also manchmal sind diese Videostatements wirklich gutes Entertainment aber oft überschreiten sie dann auch die Grenze zur Fremdscham (lacht), wo man sich einfach fragt: „Warum zur Hölle sitzt der Kerl da und redet sooo eine peinliche Matsche in die Kamera? Wofür? Warum?“ Mein absolutes Highlight im positiven Sinne ist dieses Videostatement wo Bass Sultan Hengzt dieses grandiose Englisch redet, besser geht’s nicht! Da hatte ich Tränen in den Augen! Raptile war dann halt wieder das Gegenteil.
Wie wäre es mit Schauspielerei? In einer deutschen Comedy vielleicht? Davon gibt’s ja wenig gute.
Wäre sicherlich ne sehr coole Erfahrung, nur da bin ich mir nicht sicher ob mein Talent dazu reicht oder ob dass in der eben schon angesprochenen Fremdscham enden würde (lacht). Grade Comedy ist glaube ich das härteste Unterhaltungspflaster. Ich glaub es gibt nix schlimmeres, als auf einer Bühne zu stehen wo deine einzige Aufgabe darin besteht, Leute zum Lachen zu bringen. Und dann hört man nach seiner tollen Pointe im komplett gefüllten Saal nur ein Husten, ein Räuspern und zwei Seufzer. Aber so Schauspielern würde ich schon gerne mal ausprobieren, warum nicht?! Wenn Jessica Alba im Film mitspielt! (lacht).
Was sagst du zum Tod von Michael Jackson?
Pure Trauer.Egal wie komisch der Typ jetzt auch gegen Ende seines Lebens drauf war, seine Musik war Wahnsinn! Absolutes Idol meiner Jugend. Ich hab früher als Kind oft versucht ihn nachzutanzen und sah dabei sicherlich ziemlich scheiße aus (lacht). Er war auf jeden Fall der King, ich kenn keinen Künstler der im Durchschnitt mehr Hits am start hatte/hat. Fast jeder Song war bombig. Also sehr Schade das Ganze.
Die fantastischen Vier feiern grad ihr 20 Jähriges Jubiläum. Wie haben die das geschafft sich solang zu halten?
Ich denke mal weil die Jungs einen ganz eigenen und doch leicht zugänglichen Stil haben und wahrscheinlich auch mal richtig Plan vom Buissnes haben. 20 Jahre ist schon ne Ansage.
Ist das auch dein Ziel solang Musik zu machen oder hast du noch andere Pläne?
Ob ich es 20 Jahre lang schaffe weiß ich nicht. Ich werd einfach solange Mucke machen wie es mir Bock macht und mich ein paar Leute nach neuen Songs fragen und mich hören wollen. Dumm wäre sich jetzt nur auf „Rap“ zu verlassen und zu denken, „davon kann ich leben!“ aber das tu ich nicht. Ich studiere noch und versuch mir da auf jeden Fall ein sicheres Standbein zu schaffen.
EuerAlbum „Warum so ernst“ steht in den Startlöchern. Was erwartet uns auf darauf?
Alles einfach ALLES! (lacht) .Nein im Ernst, es handelt sich dabei um ein Collaboalbum von Kay und mir und wurde komplett für uns produziert. Wir haben zum Beispiel Beats von Psaiko.Dino, Pokerbeats, Topbeats, Peachbeatz, Focus, Bukez Finezt, C.R.Productions, Volo, usw. gepickt und wie ich finde eine sehr runde Sache geschaffen. Größtenteils einfach witziges Entertainment, mit ner ordentlichen Packung Selbstironie, dann Banger die nach vorne gehen, Konzeptsongs und auch ein paar emotionalere Stücke.So dumm es auch klingt, halt echt für jeden was dabei! Insgesamt haben wir versucht viele Livesongs zu machen und dass ist uns auch ganz gut gelungen, also bis jetzt zumindest waren die Reaktionen auf unsere neuen Songs sehr cool. Featuremäßig kann man sich auf Leute wie Phreaky Flave, Maxat, Timecy, SherlokOne, Rockstah, Marc und Famous freuen.Bei einem Featuregast müssen wir leider noch n bissl zittern, aber wir hoffen dass alles klappt und dann wird das was wahnsinnig Großes für mich und für Kay denke ich auch. Und für euch hoffe ich auch (lacht)! Also mehr gibt’s eigentlich nicht zur Platte zu sagen macht euch einfach selbst nen Eindruck und hört rein oder holt euch die Platte!
Auf www.myspace.com/fzudemist bekommt ihr alle Infos über mich und über das hoffentlich im August erscheinende Album „Warum so ernst?!“ Ich hoffe das Interview war interessant und man sieht sich auf unseren nächsten Gigs! Earshot-Muzik dreht diesen Sommer am Zeiger! Vielen Dank für das Interview!
Wohl eines der einflussreichten Hip-Hop Alben kommt von dem damals erst 18 Jahre jungen Nasir Jones. Obwohl dieses Erstlingswerk des Rappers aus Queens nicht einmal 40min lang ist, breitet es sich in der Hiphopszene aus wie ein Lauffeuer. Unterstützt wird Nas von namenhaften Produzenten wie Pete Rock, Large Professor, Dj Premier und Q-Tip. "Illmatic" ist eines der wenigen Alben denen man nachsagt, dass jeder Track ein Volltreffer sei.
Dies führte schnell dazu das Nas in der Szene trotz seines jungen Alters als hoffnungsträger galt. Er war ausserdem der erste fremde MC der es auf ein Album eines Wu-Tang Mitglieds schaffte. Obwohl Illmatic schon früh Kultstatus erreicht hat, blieb ein weiträumiger kommerzieller Erfolg aus. Daher bekam das Album erst 2001 Platin, was wohl auch Nas dazu veranlasste, mit dem Album "Stillmatic" wieder an alte Erfolge anknüpfen zu wollen.
„Aus dem Schatten“ kommen Holg und DJ Phox und auch dort halten sie sich bedeckt, wenn man auf der MySpace-Seite etwas über die beiden erfahren möchte."Scheiß auf Biografie, hör die Musik und bild` dir deine Meinung" heißt es da. Nichts leichter als das denkt man sich, doch so einfach ist das Ganze dann am Ende leider doch nicht.
Auf dem ersten und gleichnamigen Track „Aus dem Schatten“ erwartet uns laut Holg „Endlich wieder Classic unter tausend Platten“. Und tatsächlich, Holg und DJ Phox verstehen es durch Beats und Scratches ein echtes Classic-Feelling aufkommen zu lassen. Der Wechsel zwischen den mal souligen, mal härteren Beats gepaart mit Turntaleism und Beatboxtracks, erinnern einen an die gute alte Hip Hop Zeit, in der noch alle Elemente ihren gleichberechtigten Platz fanden.
Doch ADS hält noch weitere Überraschungen bereit. Eine davon ist, neben den erstaunlich guten Features, der Sprachwechsel von Rapper Holg. Auf First Lady rappt dieser z.B auf Englisch, was mich allerdings wenig überzeugen kann. Auch sein Ausflug ins französische auf „Le Response“ hinterlässt eher einen bitteren Nachgeschmack.
Aber diese kleinen Fehltritte schaden der Platte recht wenig. Dafür tun das die teilweise uninteressanten Themen und der langweilende Reimstil. Auch wenn das Inhaltlich der letzte Track „Traum“ wieder gut macht, mindert das leider die Qualität des Albums und der gutgemeinte Classicansatz wird getrübt.
Fazit: Aus dem Schatten findet sicher seinen Platz bei Fans von Stieber Twins, DCS oder STF. Legt Rapper Holg nochmal an Raptechnik und Wortwitz drauf, schaffen es die Beiden vielleicht sogar sich dort einzureihen. Bis dahin bleibt es aber bei einem mittelmässigem Album.
Warnung: „Die Musik auf dieser CD basiert rein auf fiktiven Szenarien und Taten. Sie befasst sich mit den Abgründen der menschlichen Seele. Weder spiegelt die Musik Wünsche des Künstlers wieder noch sollte sie zu ernst genommen werden.Künstlerstyle!“
Ein „Parental Advisory — Explicit Lyrics“ scheint wohl in Zeiten des Amoklaufs nicht mehr auszureichen, denn das sind die Worte die man zu lesen bekommt, wenn man Crystal F´s „Kunst des Todes“ aus der Hülle herausnimmt.
Sofort kommen mir Namen wie MC Basstard, Necro oder die Gravediggaz in den Sinn. Ist Crystal F ein weitererwürdiger Vertreter dieses Horrorcore-Rap Genres?
Leider Nein. Schon bei durchhören des ersten Tracks „Kunst des Todes“ folgt die Ernüchterung. Crystal F versteht es blendend die Reime so zu verpacken, dass sogar ein „Hab mehr Leichen im Keller, als Gehirnzellen die absterben“ so harmlos klingt wie Celin Dion`s „My Heart will go on“.
Die weinerliche Rapweise, die stark an den jungen Eko Fresh erinnert und die zusammenhangslosen Texte, lassen gar nicht erst so etwas wie ein Horrorcore-Rap Feeling aufkommen. Auch die Rettung zum nächsten Track „Das Böse in Mir“ verschafft da wenig Abhilfe. Dieser klingt nämlich nahezu genau wie sein Vorgänger. Und so zieht sich dieser katastrophale Faden durch das gesamte Album. Lediglich Beats und Features geben dem Ganzen eine andere Farbe.
Naja, ein wenig Horrocore lässt sich dann am Ende aber doch noch finden. Melancholisch schöne Beats wie bei „Ein Trip ans Wasserloch“ oder „Gotteswahn“ werden vollständig verstümmelt.
Fazit:Crystal F Kunst des Todes ist ein 18 Track starkes Werk, welches aber leider an allen Ecken schwächelt. Der unangenehme Rapstil und die sinnfreien Texte bereiten wohl nur eingefleischten Fans dieses Genres keine Schmerzen.
Hi, MAXAT! Wie geht’s dir? Ach, weißt du, ganz gut, bis auf hier und da paar Sachen.
Was für Sachen? Ist bei dir was passiert? Mein Chef zahlt mir seit April keinen Gehalt mehr, die Missgeburt. Ich bin ja noch in meiner Ausbildung.
Was machst du den für eine Ausbildung? Und was ist da vorgefallen? Eigentlich bin ich schon so gut wie raus aus der Ausbildung. Deswegen kann man schon in der Vergangenheitsform sprechen. Ich habe Mediengestalter gelernt, habe die Abschlussprüfung schon hinter mir und warte jetzt nur noch auf die Ergebnisse. Jetzt weigert sich mein Chef mir die letzten drei Monate, die ich da war, zu bezahlen. Warum, was hast du gemacht? Ich hab gar nix gemacht, er ist einfach ne Missgeburt! Ich hab schon alles über den Anwalt geklärt, Klage ist unterwegs. So wie ich ihn kenne, wird er es auch bis vors Gericht treiben, obwohl er weiß, dass er verlieren wird. Egal, ich fick seinen Arsch. Der wird mir dann mein Gehalt, plus Entschädigung dafür, dass er meine Prüfung gefährdet hat, bezahlen.
Wie kommst du über die Runden die letzten Monate, wenn du keinen Gehalt bekommst? Ich leb die letzten 2 Monate fast nur von CDs, die ich selber verkaufe. Bei Gigs oder einfach auf der Straße. Das reicht damit der Kühlschrank gefüllt bleibt.
Das hört sich sehr abenteuerlich an, aber ich denke das Recht ist da auf deiner Seite und du wirst den Prozess gewinnen, oder? Ja natürlich, das ist nicht das erste Mal, das er so was mit seinen Auszubildenden abzieht, der ist einfach geistesgestört. Der hat das schon einmal bei einem versucht und hat verloren. Anscheinend hat er nicht draus gelernt. Ach, lass mal nicht mehr drüber reden!
Ich hab das “OHOH!” Video bei Myspace gesehen. Im Vergleich zu dem davor sehr provokant. Das Ding hat in diversen Foren ja auch gut für Gespräche gesorgt. Erzähl mal was dazu. Ja, das war auch pure Absicht. “Dies und Jenes” war eher ein neutraler Track, ohne Angriffsfläche. Den Track kann man nur aus purem Neid haten. “OHOH!” ist das komplette Gegenteil. Und es ist klar, dass es polarisiert und die Leute haben sich auch gut die Mäuler zerrissen. Das passt schon alles.
Wie gehst du mit dem ganzen Gehate um? Gar nicht. Ich finde es voll lustig. Bei Myspace war ja erst Premiere. Ein paar Tage später hat sich das Video so verbreitet, dass man es auf so gut wie jeder HipHop-Community in Deutschland, die irgendwie Rang und Namen hat, sehen konnte. Der Track ist einfach sehr geil, und viele haben sich davon direkt angesprochen gefüllt. Sahen in ihm vielleicht so was wie ne Bedrohung für sich. Was weiß ich. Also man kann das Ding nur dann haten, wenn man sich davon provoziert fühlt. Gegen den Track selber kann man einfach nichts schlechtes sagen, weil er tight ist. Punkt. Pass auf. Sogar Flowin Immo hat mir geschrieben und gesagt, dass er den voll abfeiert. Zieh dir das mal rein. Der Typ macht komplett andere Musik und sagte, dass ich ihm da aus der Seele gesprochen habe. (lacht)
Also macht dir Gehate generell gar nix aus? Was heißt nix aus, ich finde es immer spannend, wie sich die Leute sich über etwas aufregen, was ich kann und sie nicht. Das ist doch nur positiv für mich. Klar, wenn ich jetzt nen Track mache, der wirklich scheiße ist, was nie der Fall sein wird (lacht)… dann werden die Leute es doch einfach ignorieren. Wenn sie sich aber damit beschäftigen und sich Gedanken machen, kann der Track nicht schlecht sein.
Du bist Russland-Deutscher, ich hab schon einige Interviews von dir gelesen und finde du wirst recht häufig in diese Russen-Schublade gesteckt. Siehst du das auch so? Ja, ja, ich weiß. Stell dir vor, ich hätte einfach meine Herkunft immer verleugnet?
Denkst du die würde jemanden interessieren?
Ich rappe auf deutsch, und behaupte einfach, dass ich das auch recht akzentfrei kann. Ich bin der erste Rapper in Deutschland mit Spätaussiedlerhintergrund, der es langsam zu was bringt. Das ist was Neues für die Leute, und auch ein Grund mich in diese Schublade zu stecken. Mir ist das Latte.
Es gibt sehr viele Russen in Deutschland, die dich feiern… Dicker, ich mach das für alle! Für jeden, der es fühlt. Mir ist es egal, ob mich jetzt Russen oder Türken oder Deutsche hören. Wenn jemand fühlt, dann fühlt er es und es macht mich glücklich. Ich kann halt nix dafür, dass mich die Leute jetzt auf Grund dessen, dass ich Aussiedler bin, in diese “Er macht Rap für Russen“ – Schublade stecken. Es stimmt einfach nicht. Ich mache es für alle, auch für die Russen natürlich.
Du hast dein Album “Zu viel für Deutschland“ am 8. Mai raus gebracht. Bist du zufrieden mit den bisherigen Resonanzen? Ja, ich bin zufrieden. Bin schon auf ein paar Reviews im Netz gestoßen. Es ist echt lustig, wie diese Klugscheißer die Scheibe schlecht machen. Es ist immer das Gleiche, sobald ein Neuer kommt, wird er schlecht gemacht. Ich gebe darauf, was im Internet geschrieben wird, sowieso keinen Fick mehr. Weil da eh nur irgendwelche Kids den ganzen Tag nichts zu tun haben und sich für die Auserwählten halten. Erstaunlicher Weise bekomme ich, im Gegensatz zu den ganzen Reviews, nur positives Feedback. Da sind sogar ältere Menschen über 40, Eltern, die mir sagen: “Junge ich halte absolut gar nix von diesen ganzen Rapscheiß, aber ‘Guten morgen Deutschland’ von dir gefällt mir richtig gut. Oder ‘Dies und Jenes’.”
War das denn beabsichtigt von dir, auch ein älteres Publikum anzusprechen? Nein, voll nicht. Mir hat eine deutsche Frau geschrieben, sie ist über 40. Sie meinte, sie hört sich ab und zu die CDs an, die ihr Sohn sich so kauft. Und ohne Witz, sie meinte wortwörtlich, dass es ihrer Meinung nach seit langem etwas wirklich Gutes zwischen dem ganzen Dreck sei, den er den ganzen Tag hören würde. Die Frau ist Lehrerin.
Also ist das Album pädagogisch wertvoll ihrer Meinung nach? Kann sein, sie fand nicht alles gut. Sie meinte halt, dass die meisten meiner Songs Substanz hätten. Sie sind aufrichtig und würden gute Werte vermitteln, auf einer subtilen Ebene. Allgemein fand sie meine Ausdrucksweise halt teilweise zu hart. Aber ich war krass überrascht, als ich die Mail gelesen habe.
Bist du denn mit den Verkaufszahlen zufrieden? Wie sieht es da überhaupt aus? Auch da bin ich zufrieden. Es ist jetzt kein Charterfolg, aber es verkauft sich besser als ich es erwartet habe. Downloads laufen generell besser als CDs, das ist aber der allgemeine Trend zurzeit.
Also ist es für dich bisher eher ein Erfolg als ein Flop? Ein Erfolg ist es so oder so. Ein Flop wäre es, wenn ich bei einem Label wäre, welches ne Stange in Promo und Marketing investiert hätte, und dann nichts verkauft hätte. Rein finanziell gesehen habe ich null in dieses Album investiert, es ist aus dem Nichts entstanden. MKZWO hat es gepresst. Roughtrade vertreibt. Ich bekomme meinen Anteil, fertig. Nix zu verlieren. Ein guter Anfang.
Hast du nicht versucht gesignt zu werden? Nein, hab ich nicht. Bullshit. Heutzutage wird Keiner mehr einfach so gesignt, nur weil er gute Musik macht. Du wirst nur gesignt, wenn du schon Fame bist, weil die Labels Schiss haben Risiken einzugehen. Wer geht denn nicht gern auf Nummer sicher?
Aber generell hättest du ja nix dagegen oder? Solange ich die Bedingungen für angemessen halte und nicht irgendwie eingeschränkt werde, hätte ich nichts gegen, nein. Mann Dicker, komm mal klar, wer will denn nicht gesignt werden? Ich. (lacht) Mir ist das echt Latte, Hauptsache ich hab keine Verluste dadurch. Jedes Label will sowieso in erster Linie nur Geld an dir verdienen. Solange mein Anteil stimmt, ist alles cool.
Selfmade ist ja grade groß im Aufmarsch, wär das was für dich? Die machen das richtig. Man sieht, dass da gute Arbeit geleistet wird. Deswegen sind die auch erfolgreich. Die fahren ne andere Schiene als ich. Ich glaube nicht, dass da überhaupt irgendwas in Frage käme. Weder ihrerseits, noch meinerseits. Deswegen ist das kein Thema.
Wie stehst du zu den Künstlern von Selfmade? Kommt jetzt drauf an wer. Favorite ist ganz lustig. Von Shiml finde ich paar Tracks echt gut, mit Kollegah kann ich gar nix anfangen. Ich kenn den nicht persönlich, aber als Rapper kann ist das nicht mein Ding. Diese ganze behinderte Attitüde, die er versucht zu verkaufen. Auf mich wirkt das nicht, ist nicht meine Welt. Genau wie Farid Bang, ich muss immer lachen, wenn ich den sehe oder höre. Das wirkt auf mich schon unterhaltend, aber auf eine sehr spastische Art, genau wie Kollegah. Casper kenn ich persönlich, ist ein extrem netter Typ, schon zu nett. Der wohnt hier bei mir in der Nähe. Einer der krassesten Live-Performer Deutschlands, meiner Meinung nach. Also dass der vernünftig gesignt wird, wurde auch Zeit.
Farid Bang ist nicht bei Selfmade. Ach ja, stimmt bei German Dream. Was weiß ich. Naja, Label ist Label, Spast ist Spast. Zwei verschiedene Dinge.
Okay. Was steht bei dir in der nächsten Zeit an? Was hast du für Pläne? Wir werden wahrscheinlich jetzt noch ein weiteres Video zum Album drehen. Zu welchem Track werde ich nicht verraten. Lasst euch überraschen. Ich bin auch schon dabei, Tracks für mein zweites Album aufzunehmen.
Gibt’s da schon einen Namen? Ja, aber ich bin mir noch nicht sicher. Deswegen sage ich es erstmal noch nicht. Es wird zu Anfang nächsten Jahres kommen. Oder zum Ende diesen Jahres. Oder zum Ende nächsten Jahres. Es kommt einfach, wenn die Zeit dazu reif ist. Aber es kommt.
Vielen Dank für das Interview! Hast du noch etwas, was du loswerden willst? Ne, ich hab nichts. Danke euch auch.
Am 12. Mai erscheint Jim Jones' Doku DVD "This is jim Jones". Hier gibts schon mal drei Trailer, Ausschnitte, wasauchimmer.
Ich bin noch nicht sicher ob ich Jimmys neues Album Pray IV Reign nur gut finde oder feier (feiern tu ich übrigens das CNN Album!!), die Doku wird aber auf jeden interessant sein. Dabei interessieren mich selfmade Dokus fast nie.
Selbstgemacht hats der Jimmy auch nicht, die Regie kommt von Carly Carol, produziert hats Dame Dash himself. Die Ausschnitte zeigen schon, dass man eine menge neue Infos und interessante Einblicke in die Geschichte von Dipset und Roc-A-Fella bekommt. Ich hatte nicht mal die Oh Boy-Story auf dem Schirm.
Eine komplette Übersicht über alle Themen und Inhalte der DVD gibts hier bei Dr. Jay's.
Die Erstwochenverkäufe vom Jim Album waren btw erwartungsgemäß im ordentlichen "kleinerer Artist" Bereich. Keine Sensation aber nicht schlecht. Dass die XXL letztens Dipset Cover (ohne Cam) und Story gebracht hat, hatte mich ja schon gewundert. Selbst zu besten Zeiten hatten sie oft nur Einseiter. Ist Jim Jones plötzlich so relevant geworden, Amerika? Wahrscheinlich ging es doch eher um die große Sensationsstory. Immerhin schön dass die DipStory weitergeht, wenn auch anders als erwartet.
Ein altes Jahr ist tot, ein neues fängt an. Gute Gelegenheit meinen Teil zur ultimativen Jahresrückblicks-Übersicht auf Hiphop.de beizutragen. Zumal man bei Spit-TV einen Beitrag zum Thema von mir angefragt hat und bei Hiphop.de Blog Kollegen sagt man ja nicht nein. Zumal Spit-TV wahrscheinlich mehr Klicks hat als ein Großteil unserer Konkurrenzmagazine. Meine persönlichen Jahrescharts wirds da wohl bald geben, den Artikel stell ich pünktlich zu Silvester schonmal auf den guten alten ProllBlog.
Die erhebendsten Hiphop Momente möchte Spit-TV wissen... Ich
habe die Auszeit, die einem Weihnachten und Gedöns immer bringt, gerade genutzt
um Probleme zu lösen und den Kopf frei zu kriegen, ich hätte zu jeder Tag und
Nachtzeit der letzten drei Jahre wahrscheinlich mehr zu Hiphop sagen können.
Aber ich verbinde das mal mit meiner 2008er Generalabrechnung. Pass auf: Mein
Hiphop Moment waren nicht die sehr guten Kanye West Konzerte. Nicht das Lil
Wayne Album. Nicht das Ende von Royalbunker, Optik oder einem der anderen
Labels. Nicht bei Feuer Über Deutschland Hinz & Kunz zu interviewen, auch
wenn ich auf die Art indirekt höher gechartet bin als die meisten Rapper. Höhö.
Ich bin 2008 bei Hiphop.de, wo für mich vor wenigen Jahren als Praktikant mein
Hiphop-Journalisten-Leben angefangen hat, Chefredakteur geworden. Das war aber
auch nicht der Über-Moment. Wenn du seit Monaten weißt, dass du einen Lego
Panzer zu Weihnachten bekommst, geht dir nicht vor Freude die Hose auf, sondern
du lächelst, baust ihn zusammen und schießt auf die Barbies deiner Schwester.
Vielleicht wars also das splash!, wo ich zum ersten mal nicht als normaler
Besucher war. Wieder mehr Leute persönlich kennen lernen mit denen man sonst
nur telefonisch zu tun hat, drei Tage Hiphop und Urlaub, das war cool.
Persönlich kennengelernt ist die deutsche Hiphop Szene ja auch viel korrekter
als sie von außen rüberkommt. Insgesamt, und auch auf dem splash!, lag 2008
diese verballerte „wir verwesen alle lebendig“-Stimmung in der Luft. Viel mehr
als ein Moment bleibt für mich 2008 eigentlich eher dieser heftige Prozess
hängen. Aus meiner Sicht hat sich echt ne Menge geändert dieses Jahr. Und
während alle heulen find ichs inzwischen eigentlich nur noch befreiend und
interessant.
In meinen ersten zwei Jahren als Blogger, Journalist und so
weiter wurden Sachen gefeiert, die ich auch sehr gefeiert hab: Dipset, der neue
Ruhrpott Rap, Dirty South. 2008 war dann überall Sackgassen-Stimmung. Lauter Leute
die erkennen, dass das Ding, dem sie ihr Leben gewidmet haben, fürn Arsch ist.
Ich hätte jetzt auch direkt Frührentner werden können und von den guten alten Zeiten
erzählen. „Weißt du noch damals,Jim
Jones, das war noch Hiphop. Nicht wie dieser Scheiß heute.“ Nach einer Runde Gabber
aufdrehen, nachdenken und checken was es auf der Welt noch alles gibt, viel mir
auf, dass es keinen Grund gibt sich den schlauen Kulturkritikern anzuschließen
und gemeinsam im Kreis zu jammern. Nochma Glück gehabt.
Vorher noch irritierende Vögel wie Pharrell und Kanye haben
2008 plötzlich Sinn gemacht, weil einem klar wurde, dass deren Art der neue
Trend ist. Ich habe vor anderthalb Jahren angefangen beim Selbermachen mit
anderer Musik rumzuexperimentieren. Aus der Erkenntnis heraus, dass man das in
seine Musik einfließen lassen sollte, was einen geprägt hat. Mich haben Rap, Böhse Onkelz und Gabber geprägt. In dem
Zusammenhang hat mich dann damals ein guter Kollege in den aufkommenden Electro
Hype eingeweiht. In den kommenden Monaten hab ich dann mehr und mehr
mitbekommen, wie viele HipHopper an Electro Projekten arbeiten. Wenn man sich
das weltweit ansieht merkt man, dass die Experimente nicht auf diese komische
Electro Mucke begrenzt sind, sondern es allgemein einfach ne Menge sehr freshe
Experimente gibt. Als mir Terry Lynn erzählt hat, wie ihr ein Kanadier Electro
erklärt hat, dachte ich „ah krass, da sitzt die Alte auf Jamaika und macht die
gleiche Erfahrung wie ich“. Schon geil, dieses Internet. Das war für mich das
Thema 2008, auf schakkerhart.com blogge ich auch in der Richtung und die
Raveline hat mich sogar mit offenen Armen empfangen, als ich nach mehr Arbeit gefragt hab. Jetzt schreib ich jeden Monat
darüber, wo Rap andere Musik trifft. Vor zwei Jahren fand ich noch mit Recht
alle Mash Up Experimente scheiße.
Ich hab mir dementsprechend die Musik-, Pop- und
Jugendkulturwelt 2008 noch intensiver reingezogen als sowieso schon immer.
Hiphop ist inzwischen so offen wie ewig nicht. Deshalb ist überhaupt nicht
alles vorbei, ich rülpse zwar zu oft beim Bier auf der Südtribüne um Hipster zu
sein, aber ich find geil was gerade passiert. Die Möglichkeiten sind viel
größer, daraus kann man was machen. Dat sollte man jetzt nicht falsch
verstehen, ich meine nicht dass dem Frauenarzt sein Bild.de Blog die Rettung
der verfahrenen deutschen Rap Musik ist. Ich glaube ehrlich gesagt sogar, das
Deutschland auch diesen Trend nicht
nutzen wird, um endlich einen ernst zu nehmenden eigenen Sound zu bekommen. Wenn
man nur Deutschland anguckt, ist wirklich NOCH nichts neues, mitreißendes da.
Aber vielleicht gibt es grade ein window of opportunity für innovative (und bitte ehrliche & geile) (Rap-)
Musik. Sie muss nicht mal gut sein, Qualität wird überbewertet. Die gute alte
Authentizität ist wichtig.
Noch ist weder musikalisch noch was die Vermarktung angeht
das Problem gelöst. Für deutschen Rap ist mal wieder eine Blase geplatzt 2008. Das
Hauptproblem für Musik ist, dass die meisten keinen Weg gefunden haben auf
kleinem Level mit Spaß inne backen und mit dem Gefühl, erfolgreich zu sein,
Musik machen können. Alles was der Rapper tut, tut er um Überstar zu werden.
Rapper werden aber keine Überstars, schon gar nicht indem sie machen was grade
angesagt ist, dabei gut sind und hart hustlen. Wie ich schon Mitte des Jahres
in den „Deutscher Rap beendet seine Karriere“ Artikel geschrieben hab, früher
haben sich Hiphopper über ihre Hiphopper Werte definiert. Dann kam Savas und
sie haben sich über ihre Skillz definiert, was ja absolut Hiphop Tradition hat.
Dann kam Straßenrap und wir haben uns über krass-sein definiert. Außerdem waren
alle von Straßenrapper bis Dipset oder Dirty South Fan –und nu kommts- Geschäftsmänner und wollten Erfolg. Das war legitim und cool
und alles, traf nur leider auf eine zusammenbrechende Musikindustrie. Worüber
definierte sich der Rap Musiker also in den Monaten bevor er 2008 den Vertstand verlor? Erfolg. Die
Jungs weinen nicht weil sie kein Geld verdienen, sondern weil sie sich vorher
darauf festgelegt hatten, dass das Geld, das sie verdienen, ihren Wert
als Rapper wiederspiegelt. Heißt: alle nix wert die Rapper. Früher, als man sich über
Werte oder Skillz definierte, konnte keiner beweisen dass man whack ist. Jetzt
wo‘s an Verkäufen hängt ist die Whackness deutlichst zu sehen. Trauma.
Jetzt stecken wir in einem Teufelskreis, keiner kauft oder hört deutschen
Rap und alle reden ihre eigene Szene schlecht. Ding is aber auch: die Musik gibt eben nicht mehr
her. Zu viele versuchen Schemata zu erfüllen und jeder stellt sich vor, einen
dummen 13-jährigen befriedigen zu müssen wenn er verkaufen will. Dabei muss man
mit 13 nicht dumm sein und auch danach nicht mit Hiphop aufhören.
Mein Vorschlag: chillen, alles mit etwas Abstand betrachten. Dann versuchen richtig geile Musik zu machen. Ich freu mich schon drauf wenn die nächste „Fick Experimente, ich rap einfach“-Welle kommt, die wird geil. Ehrlich gesagt halte ich vom Ergebnis von Experimenten immer noch selten etwas. Aber es geht darum endlich das zu schaffen, was deutscher Rap so selten geschafft hat: Musik mit eigener und glaubhafter Identität entwickeln. Also fürs erste vielleicht alle mal ne Runde experimentieren und etwas machen, das
nicht schon morgen in die Charts passen soll, sondern geil ist. Auch wenns erstmal
keiner mag. Hauptsache es passt so gut wies irgendwie geht zu dir, ist anders
als alles andere und deiner Meinung nach natürlich geiler. Ehrlich sein und
alle Phrasen töten die sich einschleichen. Dann langsam und mit gutem Plan (den
sag ich jetzt nur für Geld) etwas eigenes aufbauen, Leuten etwas bieten, Fans
gewinnen. Live, im Netz, im Freundeskreis,... Negativität weglassen, wenn man
alle anderen scheiße findet eventuell auch einfach mal die Fresse halten und
mit denen die cool sind zusammenarbeiten. Gute, ehrliche Musik wird auch bei
den Leuten ankommen. Und wenn nicht – scheiß drauf. Du machst geile Musik, fick
die anderen. Im Internet werden sich schon bald immer mehr Wege finden, wie man
Musik an den Mann bringen kann. Musik, Hiphop und deutscher Rap sind Anfang
2009 nicht am Arsch, sie haben durch den Zusammenbruch verdammt viele
Möglichkeiten. Kann sein, dass sich viele fühlen, als wäre gerade eine
Beziehung vorbei. Aber überleg mal wie viele du jetzt ficken kannst.
Witzige Autotune Verarsche von B.o.B. Wer Kanye West in Hamburg bei seinen Gesangsversuchen ohne Gehhilfe gehört hat, weiß wovon Bob redet. Antares Autotune - Helping rappers get their Rock Star on since 2007...