Busta Rhymes' neues Album, The Big Bang kommt am 2. Juni. Hier erfahrt ihr exklusiv was euch erwartet, wer was beigetragen hat und wie Dre so seine Beats macht...
Kurz vorwech: du hast www.highlight-entertainment.com eingetippt und bist hier gelandet? Gjep, das is so geplant. Solange bis die neue Highlight
Website steht, erfahrt ihr hier alles was ihr wissen müsst. So viel
fürn Anfang: "F.o.L. Proll - Facts of Life", das geilste Mixtape des
Jahres, kommt am ersten Juni. Zum Thema.
Bussa Bus bekam in letzter Zeit weit mehr Aufmerksamkeit als erwartet,
allerdings auch andere als er sich gewünscht haben dürfte. Nachdem
einer seiner Bodyguards beim Star-gesprenkelten Video-Shoot zum "Touch
it"-Remix erschossen wurde, beherrschte das Thema wochenlang die
amerikanischen Rap-Medien. Vor allem Bustas Zwiespalt zwischen
Loyalität zur Familie des Opfers und dem pervertierten
"never-snitch"-Dogma der Rap-Welt, verführte die halben Staaten zu
Kommentaren. So schnell kann aus Effekt-geilem Gangsta-Gelaber auf Club
Tracks eine ernsthaft behinderte Situation werden. Wer hätte das
gedacht.

Am 2.Juni
knallts erneut: Bustas Big Bang klatscht endgültig in die Läden und
soll dem Newschool Leader einen neuen Karriere Höhepunkt verschaffen.
Universal, das Zuhause von Aftermath Records, dass seit 2004 Bustas
Zuhause ist, war das wichtig genug um mich zusammen mit einem seltsamen
Haufen Musikjournalisten nach Berlin einzuladen, wo das Album dann mit
etwas Gedöns drumrum vorgestellt wurde. Wie's so war schreib ich die
Tage, jetz ersma etwas dass fast genauso interessant werden dürfte wie
mein Privatleben: das Album. The Big Bang.
"Touch it" sollte ja inzwischen bekannt sein, neben diesem Banger finden sich auf dem Album noch Tracks von und mit Dr.
Dre, Timbaland, Will-I-Am, J Dilla, den Neptunes, Scott Storch, Swizz
Beatz, Sha Money XL, Jelly Roll, Denaun Porter, Hill, Just Blaze (soweit die Produzenten), Kelis, Eminem, Stevie Wonder, Rick James, Nas, ODB, Biggie, Raekwon und dem Flipmode Squad.
Harte Liste wa? Ob sie komplett stimmt, kann ich euch nicht sagen, die
Hälfte sind aber offizielle Ankündigungen, den Rest hab ich gehört.
Auch
wenn Bustas Manager neben der exzessiven Verwendung des Wortes
"loyalty" auch mit dem Verweis auf den Tiefgang ("the most personal
album") der Platte überzeugen wollte, im Endeffekt klingt das Album
beim ersten Hören wie dass, was man von Busta Rhymes erwartet:
musikalisch hochwertige abgeh-Mucke. Daneben stehen ebenso geile
langsamere Tracks, wie das Sha Money XL produzierte "Been Thru The Storm"
mit Stevie Wonder (!). Fangenwe hier kurz an: Der melancholische
Drama-Track lässt Stevie genug Platz um zu zeigen warum er King ist. Am
Ende legt Fiftys rechte Hand Sha Money XL noch ein paar Streicher drauf
und steigert den Track zum dramatischen Sturm. Echte Musik also.
Die Single nach "Touch It" wird übrigens "I Love My Bitch" mit Nas seiner Ollen, Kelis, und dem hippen Homo Will-I-Am von den Black Eyed Peas.
Ein karibisch angehauchter R'n'B Club Track, auf dem Busta zum
hundertsten Mal einen neuen Style auspackt. Halb geflüstert, halb
gesungen, nur halb maskulin, aber schön anzuhören.Was den Chorus Text
angeht (Kelis und Busta wechseln sich mit "I love my bitch" und "I love
my nigga" ab) bin ich schon sehr gespannt, wie verkackt die Clean
Version klingen wird. Der angesprochene William singt dezent das
Hook-Intround hat ansonsten den Beat gebaut. Insgesamt korrekt
anzuhören und bald in deinem Club.
Wenn ihr bis dahin nicht warten wollt: Busta liebt Nas seine Bitch auch schon vor dem Album Release. Zum Beispiel auf dem Kay Slay Tape "The Art of War" (hosted by Duke da God).

Beim nächsten Track der aus der netten Soundanlage auf die versammelten
Journalisten regnete fiel mir dann auf, dass entweder mein Englisch
oder die offizielle Liste auf der offiziellen Website fürn Arsch ist.
Also wohl das zweite... Den okay-en bis coolen Track mit gesampeltem
Rick James Part (RIP) namens "In the Ghetto" hat nämlich soweit ich weiß Eminems Ex, Green Lantern, produziert. Der ja oben in meiner Aufzählung nicht vorkommt. Whatever. Stevie Wonder und Rick James. Wow. Der Big Bang.
Was meiner Meinung nach gerne auch'ne Single werden dürfte ist "Get Down" (ich denke das is der Name), produziert von Timbaland. Der Beat ist killer und Bussa weiß, wie man die Bitch zu ficken hat.
Weiter im Club: "How we do it over here" kommt mit Dr.Dre Beat und erinnert leicht an Touch it. Missy
hilft beim Rappen und möchte von Busta angefasst werden (vielleicht
dachte sie, sie schreibt für den Touch it Remix. Höhö.). Der Beat rockt
und ich hätte auf den ersten auch nich gemerkt dass er vom Doc is. Aber
was weiß ich schon.
Swizz Beats hat neben Touch it auch noch den Representer New York Shit beigesteuert, auf dem Busta am Ende alles aus-shoutet was New York zum Big Apple macht. Inklusive den Leaders of the New School. Vor
den Shouts gibt es eine angenehme Version klassischer New Yorker
Rap Musik, in der Busta der jungen Dirty South-Fan Generation unserer
ehrwürdigen Kultur den Apfel erklärt.
Laid back, soulful und auch nicht über spektakulär. Aber sehr angenehm zu hören. Unter anderem auch schon auf dem erwähnten Kay Slay Tape.
Deep wirds dann bei "Imagine" mit Dre. Und Dre (attention suckers:) rappt!!
Oh-Wee. Und zwar genau so wie vor 15 Jahren. Busta singt wieder fast,
und überzeugt wie immer absolut mit seinen 4000 Styles, die einen auch
nach 3000 Busta-Tracks noch überraschen können. Inhaltlich geht es
langweiliger Weise um das lustige "was wäre wenn es Rap nicht
gebe"-Gelaber. Na ja gut, so schlecht ist das gar nicht.
Noch sechs Fuß deeper gehts bei der nächsten Dr.Dre
Produktion: in alter Stan/Bonnie&Clyde Tradition erzählt auch Busta
mal eine düstere Geschichte und begräbt irgend jemanden lebendig.
Genauer konnte ich nicht zuhören, sonst hätte ich es nicht geschafft
ausreichend Gratis-Whisky abzuschöpfen. Auf den Beat und James Cruz'
Moderation habe ich aber sehr wohl gehört. Neben dem gesungenen Hook
sorgen Heartbeats, Spatenstiche und Streicher für das passende
"am-Arsch-in-der-Kiste" Feeling. Die geil-kommenden Spatenstiche und
Dreck-auf-Sarg Geräusche (eingebaut im Beat) hat Dr.Drizzay angeblich
selbst im Studio erzeugt, ausgestattet mit fünf Mikrophonen, Schaufel
und einem Haufen Erde. Warum auch immer er nicht auf ein beliebiges
Sound-Archiv zurückgegrfiffen hat weißichaunich. Vielleicht damit James
den Journalisten was zu erzählen hat. Ein guter Track, klingt nach Stan
oder auch Bonnie&Clyde, auch wenn die nicht direkt von Dre
produziert wurden, man merkt den Familien Stempel.
Was
die Sounds angeht: Deutschlands bester Film-Vertoner, Rap-Abmischer und
humaner Klangerzeuger Dr.Markuse (Ruhrsound Studio Dortmund und
Highlight Entertainment)hat mich da aufgeklärt: wenn man einen
bestimmten Spatenstich Sound im Kopp hat, macht das absolut Sinn selbst
was zu erzeugen. Nnnnna gut. Auch Dr.Dre sollte sich da aber vielleicht
nochmal aufklären lassen. Alternativ zu der Idee das Studio-Parkett
abzufucken, nutzt man in Filmstudios meist Kinderplanschbecken ohne
Wasser, die mit mehreren Laken ausgelegt werden, um dann darin mit
Hilfe von Steinplatten und Kies passende Sounds zu erzeugen...
Ich
hätte wahrscheinlich auch einfach den Dreck und die Schaufel genommen.
Nix für ungut Dre, es gibt immer einen Doktor der noch mehr Plan hat.
Wer übrigens auch einen Beat beigesteuert haben soll, aber oben in der Liste fehlt, ist DJ Scratch, der auf nahezu allen Busta-Alben vertreten war. Welchen Track er gemacht hat weiß ich nich mehr genau.
Zum Fazit:
wenn der Rest des Albums da weitermacht, wo das, was ich gehört hab
anfängt, bekommen wir ein qualitativ und musikalisch geiles Album. wenn
auch nichts, was man von Busta Rhymes nicht erwarten durfte. Absolut
auf der Höhe der Zeit, absolut nicht Dirty South gebitet (wir bringen
hier New York back, sagt James Cruz) und absolut Club-geeignet. Die
interessanten Features sind ein weiterer Pluspunkt. Keine Ahnung ob es
echt Bustas bestes Album ist, aber es ist ein gutes. Oder ich war
einfach nur blau vom gratis Whisky...